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Unterleibsschmerzen

Schmerzen oder Ziehen im Unterleib oder Unterbauch können vielfältige Ursachen haben – je nachdem, ob sie akut oder chronisch, bei Frauen oder Männern auftreten
von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 25.01.2017

Wärme tut Bauch und Unterleib gut

Thinkstock/Jupiterimages

Eine Frau, die sich mit der Wärmflasche auf dem Bauch aufs Sofa kuschelt, ist ein vertrautes Bild. Für viele Menschen sind Unterleibsschmerzen immer noch gleichbedeutend mit Frauenleiden, also mit Beschwerden, die in erster Linie die weiblichen Geschlechtsorgane betreffen. Dabei sind Schmerzen im unteren Drittel der Bauchregion, Mediziner sprechen heute korrekter von Unterbauch, nicht nur Frauensache. Auch Männer können Unterleibsschmerzen haben.

Der Unterleib umschließt die inneren Organe, die im Becken liegen. Das sind die Geschlechtsorgane, die Harnblase mit der Harnröhre und den seitlich am Blasengrund einmündenden Harnleitern, der Blinddarm sowie die unteren Darmanteile. Auch Gefäße, Nerven, Lymphknoten und Bindegewebe finden sich hier reichlich.

Der weibliche und der männliche Unterleib in der seitlichen Ansicht

W&B/Ulrike Möhle

Die obersten Rundungen der Beckenknochen lassen sich vorne seitlich meist gut ertasten. Hier vom rechten zum linken Beckenkamm verläuft die ungefähre, gedachte Line, die den Unterbauch nach oben abgrenzt. Den unteren Abschluss bildet der Beckenboden. Die rechte und linke Seite heißt auch Leistengegend, in der unteren Mitte liegt die Schamhaargegend.

Unterleibsschmerzen: Wo und wie tut es weh?

Schmerzen halten sich natürlich nicht immer streng an anatomische Grenzen, sie können von unten in obere Bauchzonen oder den Rücken ausstrahlen oder umgekehrt, sich von oben nach unten fortsetzen. Manchmal lassen sie sich jedoch auch gut zuordnen, sie treten deutlich in einer Leistengegend auf oder eher in der Mitte oder in Beckenbodenbereich.

Neben dem Ort der Schmerzen liefert der Schmerzcharakter, also, wie sich ein Schmerz äußert, dem Arzt oft wichtige Hinweise für die Diagnose. So kann der Schmerz etwa dumpf oder bohrend, wellenartig, stechend, schneidend oder krampfartig sein. Der Arzt achtet zudem darauf, wie der Bauch sich anfühlt und welche Symptome dazukommen, etwa Ausfluss, Blutungen, Fieber, Verdauungsprobleme (siehe Kapitel "Diagnose").

Unterleibsschmerzen bei Frauen: Oft vor und während der Periode

Zu den typischen Unterleibsschmerzen gehören die Regelschmerzen, die viele Frauen vor und während der Periode spüren, als Ziehen im Unterleib oder im Kreuz oder als krampfartige Schmerzen. Sie sind individuell sehr unterschiedlich, meist nicht krankhaft und verändern sich vielfach, je nach Lebenssituation und -phase.

Einige Frauen erleben auch ziehende Schmerzen an ein bis zwei Tagen zwischen den Monatsblutungen, nicht selten auf einer Seite oder über der Schamhaargegend. Dieser Mittelschmerz markiert häufig den Eisprung. Auch wenn keine weiteren Symptome dazukommen, ist es ratsam, mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt über solche Schmerzen zu sprechen, um sicher zu gehen, dass keine anderen Probleme die Ursache sind. Denn hinter akuten oder chronischen Beschwerden können sich Entzündungen und Erkrankungen der Geschlechtsorgane oder der Harnwege verbergen (siehe Kapitel "Frauenleiden" und "Harnwege").

Setzen bei einer Frau Schmierblutungen und Unterleibsschmerzen ein, vor allem wenn zuvor die Regel ausgeblieben war, wird der Frauenarzt durch gezielte Untersuchungen prüfen, ob eine Eileiterschwangerschaft vorliegt oder ob er diese ausschließen kann.

Bei Unterleibsschmerzen in einer Schwangerschaft gilt ohnehin erhöhte Vorsicht, wenn sich etwas im Bauch verändert. Sie können bei werdenden Müttern spezielle Gründe haben, harmlose, aber auch alarmierende, die der Frauenarzt umgehend abklärt. Auf mögliche Ursachen wird in diesem Beitrag nicht eingegangen.

Bei Mann und Frau: Akute Schmerzen im Unterleib

Beschwerden im Unterbauch können akut auftreten. Sie zeigen dann entweder eine vorübergehende, eher harmlose Störung an oder sie stellen Alarmzeichen dar, denen ein Arzt sofort nachgehen sollte. Das gilt insbesondere, wenn sie sehr heftig sind und zusätzlich Symptome wie Fieber, Übelkeit, Verdauungsstörungen, etwa Durchfälle oder Verstopfung, Schmerzen beim Entleeren der Blase und/oder Blutungen dazukommen.

Ursachen für plötzlich einsetzende starke Schmerzen sind häufig akute Entzündungen, etwa des Blinddarms oder Darms, der Eileiter, Eierstöcke oder der Harnwege. Auch Harnsteine, Verdrehungen und Durchbrüche von Geschwülsten oder Darmanteilen lösen mitunter bedrohliche Unterleibsschmerzen aus.

Chronische Unterbauchschmerzen

Von chronischen Unterleibsschmerzen sprechen Mediziner, wenn die Beschwerden über ein halbes Jahr bestehen. Sie können in bestimmten Situationen immer wieder auftauchen oder sich mehr oder minder dauerhaft einnisten.

Bei chronischen Schmerzen sind die Ursachen vielfältig. Probleme bereiten dann häufig chronische Entzündungen und Erkrankungen der Geschlechtsorgane, der Harnwege, des Verdauungstrakts, vor allem des Dickdarms (siehe Kapitel "Darmerkrankungen"). Ebenso ist an Tumorerkrankungen der einzelnen Organe zu denken. Darüber hinaus können Störungen in den Nerven, Muskeln oder der Wirbelsäule für Unterbauchschmerzen verantwortlich sein.

Nicht selten sind auch psychische Probleme und Erkrankungen wie Depressionen mit körperlichen Symptomen verbunden. Dazu können chronische Unterleibsschmerzen gehören. Manchmal haben gerade Frauen mit ungeklärten Beschwerden im Unterbauch dann zahlreiche Arztbesuche und operative Eingriffe hinter sich, ohne eine eindeutige Diagnose zu erhalten. Im Gegenteil, mögliche Operationsfolgen wie Vernarbungen können die Schmerzen nur noch verstärken (siehe Kapitel "Psyche").

Unterbauchschmerzen: Wann zum Arzt?

Schmerzen im Unterbauch sollte immer ein Arzt abklären, und das unverzüglich, wenn die Schmerzen plötzlich und heftig einsetzen, Fieber und/oder Blutungen dazukommen. Neben dem Hausarzt sind der Frauenarzt und, bei Männern, der Urologe erste Ansprechpartner. Gefragt ist zudem oft ein Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologe), möglicherweise auch ein Orthopäde oder ein Neurologe. Konnten die Ärzte eine organische Ursache ausschließen, übernimmt ein Psychiater beziehungsweise ein Psychotherapeut die weitere Diagnose und Therapie.

Überblick über die wichtigsten Ursachen von Unterleibsschmerzen

(mit oft typischen Begleitsymptomen)

Frauenleiden

  • Chlamydieninfektionen (möglich sind Ausfluss, Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang; mehrheitlich verläuft die Infektion jedoch längere Zeit chronisch-schleichend, ohne Beschwerden zu bereiten)
  • Entzündungen der Gebärmutter (Ausfluss, Blutungen außerhalb der Regel)
  • Eileiter-, Eierstockentzündung (oft Fieber, Ausfluss, Zwischenblutungen)
  • Eitrige Gewebeeinschmelzung (Abszess)
  • Stieldrehung, Durchbrechen von Zysten am Eierstock beziehungsweise Tumoren (akute Schmerzen)
  • Myome, Polypen in der Gebärmutter (oft Blutungsstörungen)
  • Endometriose (oft Zwischenblutungen, heftige Regelschmerzen)
  • Eileiterschwangerschaft (Ausbleiben der Regel, anschließend Unterleibsschmerzen, Schmierblutungen)
  • Fehlgeburt, Abgang (starke Blutungen)
  • Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkrebs (stark riechender Ausfluss, Blutungen außerhalb der Regel, nach der Menopause)
  • Eierstockkrebs
  • Operationsfolgen
  • Fehlbildungen
  • Scheidenverengungen
  • Krampfadern im Becken (Beschwerden oft auch in den Beinen, Schweregefühl, Schmerzen bei langem Sitzen oder Stehen)
  • Rückwärts geneigte Gebärmutter, Gebärmuttersenkung

(siehe Kapitel "Frauenleiden")

Darmprobleme, Darmerkrankungen

(siehe Kapitel "Darmprobleme")

Harnwegsprobleme

(siehe Kapitel "Harnwege")

Probleme beim Mann und weitere Ursachen

(siehe Kapitel "Weitere Ursachen")

Psychische Störungen

  • Stress, Burn-out (typische Stress- beziehungsweise Burn-out-Symptome wie Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme)
  • Sexuelle Probleme
  • Traumata (zum Beispiel nach Missbrauch)
  • Depressionen, Persönlichkeitsstörungen (jeweils typische psychische Symptome)
  • Chronisches Unterbauchschmerzsyndrom als psychosomatische Störung (Ängste, depressive Verstimmungen, Müdigkeit, Kopf- und Rückenschmerzen)

(siehe Kapitel "Psyche")

In den nachfolgenden Kapiteln finden Sie weitere Informationen zu wichtigen Untersuchungsschritten und zu den Ursachen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: Thinkstock/Jupiterimages, W&B/Ulrike Möhle
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