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Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom): Früherkennung, Symptome, Therapie

Darmkrebs – genauer Dickdarmkrebs – tritt meist in der Dickdarmschleimhaut auf und geht häufig aus Darmpolypen hervor. Welche Anzeichen auf Darmkrebs hindeuten können und warum die Früherkennung so wichtig ist
aktualisiert am 09.02.2018

Der Dickdarm (grünlich) beginnt im rechten Unterbauch mit dem Blinddarm und umrahmt als aufsteigender, querverlaufender und absteigender Grimmdarm das Dünndarmpaket. Es schließt sich der Mastdarm (Rektum) an, der im Anus mündet

W&B/Jörg Kühn

Dickdarmkrebs - kurz zusammengefasst

Dickdarmkrebs entsteht meist aus Polypen der Darmschleimhaut. Je früher er erkannt und beseitigt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Wenn möglich wird der Tumor mittels einer Operation komplett entfernt. Sind bereits Lymphknoten oder andere Organe betroffen, schließt sich oft eine Chemotherapie an die Operation an. Lassen sich der Tumor und eventuelle Tochtergeschwülste (Metastasen) nicht komplett beseitigen, kann die Krankheit nicht mehr geheilt, sondern nur noch die Lebensdauer und -qualität des Patienten mittels palliativer Maßnahmen vergrößert werden. Menschen ab 50 können einmal jährlich ihren Stuhl auf Blut testen lassen. Eine Früherkennung mittels Darmspiegelung wird allgemein ab 55 empfohlen. Personen mit erhöhtem Risiko für Darmkrebs sollten Früherkennungsuntersuchungen jedoch bereits früher nutzen.

Was ist Dickdarmkrebs?

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Im Jahr 2014 erkrankten zirka 33.000 Männer und rund 28.000 Frauen neu daran. Darmkrebs betrifft in den meisten Fällen den Dickdarm, gefolgt vom Mastdarm (auch als Enddarm bezeichnet). Beim Dickdarmkrebs handelt sich um eine bösartige Wucherung von Zellen der Dickdarmschleimhaut. Der Tumor geht in den meisten Fällen aus sogenannten Darmpolypen (genauer: adenomatöse Polypen (Adenome)) hervor.

Der Dickdarm beginnt im rechten Unterbauch, wo er sich an den Dünndarm anschließt, und geht im linken Unterbauch in den Mastdarm über, der am After endet. Er wird in mehrere Abschnitte unterteilt: Den sogenannten Blinddarm (Caecum) mit dem Wurmfortsatz und den Grimmdarm (Kolon), an den sich der Mastdarm (Rektum) anschließt. Als Kolonkarzinom werden nur Tumoren bezeichnet, die zwischen dem Blinddarm und dem Beginn des Mastdarms liegen.

Mehr über den Krebs des Mastdarms können Sie hier nachlesen:

Mastdarm

Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom)

Das Rektumkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der von der Schleimhaut des Enddarms ausgeht. Informationen zu Diagnose und Therapie »

Polypen können entarten

Thinkstock/Hemera

Ursachen und Risikofaktoren

Dickdarmkrebs entwickelt sich häufig aus Darmpolypen. Neben bestimmten Vorerkrankungen und genetischen Faktoren gilt auch ein ungesunder Lebensstil als Risikofaktor.

Polypen im Darm

Das Kolonkarzinom entwickelt sich in den meisten Fällen aus Dickdarmpolypen. Das sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die in der Regel in den Darm hineinragen. Handelt es sich bei den Polypen um sogenannte adenomatöse Polypen (Adenome), können sie zu Krebs entarten. Doch nicht jedes Adenom entartet: Nur etwa 5 von 100 Adenomen entwickeln sich zu einem bösartigen Tumor. Mit steigendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, an Darmkrebs zu erkranken. Die meisten Menschen sind bereits über 70 Jahre alt, wenn sie erkranken. Nur zirka zehn Prozent leiden schon vor dem 55. Lebensjahr an Darmkrebs.

Mehr über diese Darmpolypen erfahren Sie hier:

Darmpolyp

Darmpolypen: Wie gefährlich sind sie?

Aus Polypen kann Darmkrebs entstehen. Da sie kaum Symptome auslösen, werden sie meist zufällig bei einer Darmspiegelung entdeckt. Was Sie wissen sollten »

Faktor Lebensstil

Zu wenig Bewegung, Übergewicht und Rauchen gelten als wichtige Risikofaktoren für die Entstehung von Dickdarmkrebs. Auch ein Übermaß an Alkohol sowie ein hoher Konsum von rotem Fleisch (Rind, Kalb, Schwein und Lamm) und daraus hergestellten Produkten (z.B. Wurst) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken. Hingegen gilt es als vorteilhaft, Übergewicht zu vermeiden, sich ballaststoffreich zu ernähren und vermehrt Obst und Gemüse zu essen.

Der Einfluss von Genen und Krankheiten

Bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Darmkrebsrisiko. Hierzu gehören zum Beispiel chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.
Etwa jeder vierte Darmkrebs tritt familiär gehäuft auf: Leidet ein Verwandter ersten Grades (also zum Beispiel ein Elternteil oder ein Geschwister) an der Krankheit, so haben die Angehörigen ein erhöhtes Risiko, ebenfalls Darmkrebs zu bekommen. Das Risiko ist hierbei umso höher, je früher der Verwandte erkrankt ist. Weiterhin sind spezielle Erbkrankheiten bekannt, bei denen das Darmkrebsrisiko besonders stark steigt. Etwa jeder zwanzigste Darmkrebspatient ist davon betroffen. Zu diesen Erbkrankheiten gehören die sogenannten familiären Polyposis-Syndrome und das Lynch-Syndrom. Bei den Polyposis-Syndromen haben die Angehörigen einer Familie sehr viele Darmpolypen. Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Krebs ist damit erhöht. Beim Lynch-Syndrom entsteht aufgrund einer bestimmten Gen-Mutation im mittleren Alter Darmkrebs, ohne dass es vorher zur Ausbildung von Polypen kommt.

Ein Test auf Blut im Stuhl gehört zu den Früherkennungsmaßnahmen

W&B/Heller

 Symptome

Das Tückische am Kolonkarzinom ist, dass es im Frühstadium meist keine oder kaum Beschwerden verursacht. Deshalb wird es häufig erst im Spätstadium entdeckt, wenn es durch ernste Komplikationen auf sich aufmerksam gemacht hat. Eine Heilung ist dann bereits oft nicht mehr möglich.

Blut im Stuhl kann auf Darmkrebs hinweisen. Manchmal ist dem Stuhl nur eine so geringe Menge Blut beigemengt, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Dann spricht man von okkultem Blut, welches sich mit einem speziellen Test nachweisen lässt (siehe Abschnitt Diagnose). Meistens fällt dieser beständige Blutverlust erst als Blutarmut in einer Blutbilduntersuchung auf.

Ebenso sollte eine Änderung der Stuhlgewohnheiten aufmerksam werden lassen: Plötzlich auftretende Durchfälle, Verstopfung oder beides im Wechsel können auf Darmkrebs hindeuten.

Weitere mögliche Beschwerden sind Leistungsminderung, Müdigkeit, eventuell Gewichtsverlust oder Fieber. Teilweise sind starke Bauchschmerzen das einzige Symptom. In späteren Stadien kann es auch zum Darmverschluss (Ileus) kommen. Der Darm versucht die Engstelle durch vermehrten Kraftaufwand zu überwinden, der Patient klagt über massive kolikartige Bauchschmerzen.

Gelegentlich wird der Krebs erst dadurch auffällig, dass er in ein großes Blutgefäß einwächst und es zu einer massiven Blutung kommt. Wenn das Tumorgewebe beginnt, in die Nachbarorgane einzudringen, kann unter anderem der Harnleiter verschlossen werden. Der Urin staut sich zurück in die Nieren bis es schließlich zum Nierenversagen kommt. Bricht der Tumor in die Blase oder die Scheide ein, kann es zu Stuhlabgang über diese beiden Organe kommen.

Wächst der Krebs in das Nervengeflecht vor dem Kreuzbein ein, so kommt es zu sehr starken ischiasartigen Schmerzen. Sehr gefährlich wird es beim Darmdurchbruch (Perforation) in den Bauchraum mit anschließender Bauchfellentzündung.

Bei einer Darmspiegelung lassen sich Schleimhautveränderungen erkennen

W&B/Ulrike Möhle, Jörg Neisel, Dr. Eickhoff

Diagnose

Mit einer Darmspiegelung lässt sich der Mastdarm, der gesamte Dickdarm und eventuell sogar das letzte Stück des Dünndarms auf verdächtige Veränderungen untersuchen. Ist dies nicht möglich oder bestätigt sich die Vermutung, dass ein Kolonkarzinom vorliegt, kommen weitere bildgebende Methoden in Frage.

Darmspiegelung 

Am sichersten kann das Kolonkarzinom mit einer Darmspiegelung (Koloskopie) diagnostiziert werden. Hierbei führt der Arzt in den After ein flexibles, schlauchähnliches Untersuchungsgerät, das Endoskop, ein und sieht sich den Mast- und Dickdarm bis zum Übergang in den Dünndarm oder sogar noch ein kleines Stück in den Dünndarm hinein an. An auffälligen Stellen entnimmt der Arzt Gewebeproben (Biopsie). Gutartige Schleimhautwucherungen – die sogenannten Polypen – werden nach Möglichkeit endoskopisch abgetragen. Die entnommenen Proben und auch die Polypen werden anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Mehr zur Darmspiegelung als Früherkennung und Vorsorgeuntersuchung finden Sie im Abschnitt "Vorbeugen / Früherkennung".

Weitere Untersuchungsmethoden

Ist das Darminnere an einer Stelle eingeengt, so kann es sein, dass das Endoskop die Engstelle nicht passieren und der Arzt den restlichen Darm deshalb nicht mehr anschauen kann. Dann wird der Darm zusätzlich mit einer Computer- oder einer Magnetresonanztomografie dargestellt. Allerdings können bei diesen beiden computerunterstützten bildgebenden Methoden keine Proben entnommen und auch keine Polypen abgetragen werden.

Ist die Diagnose Darmkrebs gesichert, so muss in weiteren Untersuchungen geklärt werden, wie weit der Tumor sich ausgebreitet hat. Je nach Lage des Tumors im Dickdarm, wählt der Arzt unterschiedliche Untersuchungsmethoden aus. Um Tochterabsiedelungen (Metastasen) in Lymphknoten und anderen Organen auszuschließen oder zu erfassen, werden zum Beispiel eine Röntgenaufnahme der Lunge und eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes durchgeführt. Gibt es hier unklare Befunde oder besteht der Verdacht, dass der Tumor bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat, wird zusätzlich eine Computertomografie (CT) des Bauchraums und des Beckens empfohlen. Soll geklärt werden, ob der Tumor in die Lunge gestreut hat, erfolgt eine CT des Brustraums. Eventuell wird auch eine gynäkologische Untersuchung beziehungsweise eine endoskopische Untersuchung der Blase (Blasenspiegelung) angeraten, falls der Verdacht besteht, dass der Tumor sich dorthin ausgebreitet haben könnte.

Steht fest, dass es sich um Darmkrebs handelt und dieser operiert werden muss, bestimmt der Arzt vor dem Eingriff den Wert des Eiweißes CEA (Abkürzung für "carcinoembryonales Antigen") im Blut. Dieser sogenannte Tumormarker ist bei knapp einem Drittel aller Darmkrebspatienten erhöht, sinkt jedoch nach der Operation ab. Im Verlauf der Nachsorge wird der CEA-Wert regelmäßig überprüft (siehe unten). Steigt er an, deutet das auf ein erneutes Auftreten der Krankheit hin.

Stadien

Ist geklärt, wie weit der Krebs sich ausgebreitet hat, kann der Tumor nach einem Schema der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC) einem von fünf Stadien zugeordnet werden:  

  • Im Stadium 0 ist der Krebs nur oberflächlich und stellt eigentlich nur eine Vorstufe zum Krebs dar.
  • Im Stadium I beschränkt sich der Krebs in seiner Ausbreitung auf die oberflächlichen Darmwandschichten.
  • Im Stadium II sind auch die tiefer liegenden Darmwandschichten infiltriert.
  • Im Stadium III sind benachbarte Lymphknoten betroffen oder der Krebs ist bereits in das den Darm umgebende Gewebe eingewachsen.
  • Im Stadium IV sind Tochtergeschwülste in anderen Organen (Fernmetastasen) vorhanden.

Operation: Wenn möglich wird der Tumor entfernt

PhotoDisc/RYF

Therapie & Prognose

Der voraussichtliche Krankheitsverlauf, also die Prognose, hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium der Krebs entdeckt wird: je früher, desto größer sind die Heilungschancen.

Auch die Behandlung richtet sich weitgehend danach, welches Stadium das Kolonkarzinom zum Diagnosezeitpunkt hat. Eine weitere Rolle spielt, wo genau im Darm sich der Krebs befindet. In frühen Stadien lässt sich der Krebs meist mit einer Operation komplett entfernen. Sind bereits Lymphknoten betroffen oder hat sich der Tumor auf benachbarte Organe ausgeweitet, kann zusätzlich eine Therapie mit Medikamenten, welche die Zellvermehrung hemmen (Chemotherapie), sinnvoll sein. Ist eine Heilung nicht mehr möglich, kann auf palliative Therapiemaßnahmen zurückgegriffen werden, die das Ziel haben, die Überlebenszeit des Patienten zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern. 

Operation

Soweit möglich, wird der Arzt zunächst versuchen, den Krebs operativ komplett zu entfernen. Gelingt dies und sind keine Tochtergeschwülste bekannt, so handelt es sich um eine sogenannte kurative, also heilende Behandlung. Der Chirurg entnimmt das vom Krebs befallene Darmstück mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zu beiden angrenzenden Seiten und näht den Darm anschließend wieder zusammen. Zusätzlich werden die benachbarten Lymphknoten sowie das Gekröse, also das den Darm umgebende, Gefäße und Nerven führende Fettwebe entfernt.

Begleitende Chemotherapie 

Sind bereits Lymphknoten betroffen oder hat sich der Krebs auf angrenzende Organe ausgeweitet, wird nach der Operation meist eine sogenannte adjuvante, also begleitende, Chemotherapie empfohlen. Hierfür stehen die Arzneistoffe Oxaliplatin, 5-Fluorouracil und Folinsäure zur Verfügung. Auf diese Weise werden Krebszellen abgetötet, die möglicherweise noch im Körper vorhanden sind, die für den Nachweis mit bildgebenden Verfahren aber noch zu klein sind. Voraussetzung für eine solche adjuvante Chemotherapie ist, dass der Tumor im Darm vollständig entfernt werden konnte. Auch der Allgemeinzustand und die Wünsche des Patienten spielen eine Rolle.

Palliative Therapie

Hat das Krebsgeschwür schon Tochtergeschwülste gebildet, die nicht vollständig entfernt werden können, oder hat es sich bereits so weit in das umliegende Gewebe ausgebreitet, dass eine komplette Entfernung nicht mehr möglich ist, ist es Ziel der Behandlung, den Krebs soweit als möglich zurückzudrängen. Die Palliativtherapie soll den Tumor möglichst klein halten und dadurch das Leben nicht nur verlängern, sondern vor allem die Lebensqualität des Patienten verbessern.

Ist der Krebs für die Operation zum Beispiel zu weit fortgeschritten und der Darm soweit eingeengt, dass ein Darmverschluss droht, so wird der Chirurg versuchen, eine Umgehung der Engstelle zu schaffen oder einen künstlichen Darmausgang anlegen.

Gibt es bereits Tochtergeschwülste (Metastasen), so bestimmt deren Lage und Anzahl zusammen mit dem Gesundheitszustand und den Wünschen des Patienten das weitere Vorgehen. Erscheint eine vollständige Entfernung möglich, können Darmtumor und Metastasen mit dem Ziel der Heilung operiert sowie eine begleitende medikamentöse Therapie durchgeführt werden. Ist eine Heilung nicht mehr möglich, kann der Arzt eine Therapie mit mehreren Chemotherapeutika (Polychemotherapie) vorschlagen: Gebräuchlich sind die Wirkstoffe 5-Fluorouracil als Infusion oder in Tablettenform (Capecitabin) in Kombination mit Oxaliplatin oder Irinotecan. Ebenso möglich ist der zusätzliche Einsatz von Antikörpern und anderen sogenannten zielgerichteten Wirkstoffen, die sich genau an bestimmte Strukturen zum Beispiel auf Tumorzellen oder Blutgefäßen anheften. Das Tumorwachstum und die Bildung von weiteren Tochtergeschwülsten werden so verlangsamt. 

Nachsorge

Welche Untersuchungen im Rahmen der Nachsorge durchgeführt werden, richtet sich nach dem Tumorstadium bei Diagnose. Frühe Tumoren, die nicht über die Muskelschicht der Darmwand hinausgewachsen waren, bergen nur ein geringes Rückfallrisiko, so dass hier keine Nachsorge notwendig ist. Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren wird eine regelmäßige Nachsorge empfohlen, um eine eventuelle Wiederkehr des Tumors (Rezidiv) frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Neben einem Gespräch des Arztes mit dem Patienten und einer körperlichen Untersuchung gehört hierzu ein Ultraschall des Bauchraums, das Röntgen der Lunge und die Bestimmung des Tumormarkers CEA (siehe Abschnitt Diagnose). Steigt der CEA-Wert an, besteht Verdacht auf einen Rückfall.

Die Prognose hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium der Krebs entdeckt wird: je früher, desto größer sind die Heilungschancen.

Eine gesunde Ernährung hilft, Darmkrebs vorzubeugen

Thinkstock/iStockphoto

Darmkrebs vorbeugen

Wer Normalgewicht anstrebt, auf das Rauchen verzichtet, regelmäßig Sport treibt und im Alltag körperlich aktiv ist, kann sein Risiko für Darmkrebs deutlich senken. Möglichst wenig Alkohol und rotes Fleisch zu konsumieren, trägt ebenfalls dazu bei, die Wahrscheinlichkeit für eine Darmkrebserkrankung zu senken. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist ebenfalls gut. Ballaststoffe kommen in Obst und Gemüse vor, zum Beispiel in Kohlgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten.

Früherkennung von Darmkrebs

Test auf Blut im Stuhl

Ab einem Alter von 50 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Schnelltest auf okkultes, das heißt mit dem bloßen Auge nicht sichtbares, Blut im Stuhl.

Früher wurden dazu chemische Tests eingesetzt, sogenannte Tests auf verborgenes (okkultes) Blut. Bei der Einnahme von Vitamin C und beim Genuss von rohem Fleisch konnte es bei diesem Testverfahren zu falschen Ergebnissen kommen. Neuere, sogenannte immunologische Stuhltests können Blut im Stuhl besser entdecken als der herkömmliche chemische Okkultblut-Test. Deswegen werden sie nun statt der chemischen Tests im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen eingesetzt.

Darmspiegelung

Ab dem 55. Geburtstag steht für Menschen ohne besonderes Erkrankungsrisiko im Rahmen der Darmkrebsvorsorge die Darmspiegelung (Koloskopie) zur Verfügung. Bei unauffälligem Befund genügt es, diese nach 10 Jahren zu wiederholen. Bei der Darmspiegelung kann der Arzt nicht nur bereits vorhandenen Krebs diagnostizieren, sondern auch gutartige Schleimhautwucherungen abtragen und somit möglicherweise Krebs vorbeugen.

Bei Risikogruppen sollte die Darmspiegelung im Rahmen der Krebsvorsorge schon früher durchgeführt werden:

Ist ein Familienmitglied an Darmkrebs erkrankt, sollten Verwandte ersten Grades bereits 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen Verwandten eine Darmspiegelung machen lassen. Spätestens sollte die Koloskopie im Alter von 40 bis 45 Jahren erfolgen. Sie sollte mindestens alle zehn Jahre wiederholt werden.

Wurden bei einem Familienmitglied vor dem Alter von 50 Jahren Krebsvorstufen (sogenannte Adenome) nachgewiesen, sollten Verwandte ersten Grades ebenfalls zehn Jahre vor dem Alter in dem beim betroffenen Familienangehörigen ein Andenom festgestellt wurde, zur Darmspiegelung gehen. Werden bei dieser Untersuchung keine Darmpolypen festgestellt, genügt eine Wiederholung alle zehn Jahre.

Ist das Darmkrebsrisiko durch Erbkrankheiten wie eine familiäre adenomatöse Polyposis oder ein Lynch-Syndrom stark erhöht, so wird die Darmspiegelung noch früher und häufiger empfohlen. Hier ist eine individuelle Beratung wichtig.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.

 

Weitere Quellen:

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS: Kolorektales Karzinom, Leitlinie 11/2017. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-007OLl_S3_KRK_2017-12_1.pdf (Abgerufen am 12.01.2018)

Zentrum für Krebsregisterdaten: Krebs in Deutschland 2013/2014. Online: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2017/krebs_in_deutschland_2017.pdf;jsessionid=AB7BB2B81DCC1F48FD0859CECED5F815.2_cid381?__blob=publicationFile (Abgerufen 15.01.2018)


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Bildnachweis: PhotoDisc/RYF, W&B/Heller, W&B/Jörg Kühn, Thinkstock/Hemera, Getty Images/BSIP/UIG, W&B/Ulrike Möhle, Thinkstock/iStockphoto, W&B/Ulrike Möhle, Jörg Neisel, Dr. Eickhoff

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